Überführung der 52 8068 vom Blechwalzwerk Olbernhau nach Chemnitz

Am 09.04.2001 überführte die 50 3648 des Sächsischen Eisenbahnmuseums e.V. (SEM) die seit April 1999 im ehemaligen Blechwalzwerk Olbernhau abgestellte 52 8068 (Jung 11322; Bj.1944; z-Stellung: 12.11.1991; Ausmusterung: 30.11.1992) ins Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf. Die 52 sollte als Denkmal an die Schweinitztalbahn (Abzw. Neuschönberg – Deutschneudorf) erinnern, dazu kam es aber nie.

Es handelte sich bei dieser Aktion um die letzte Befahrung des Anschlusses Blechwalzwerk (vormals F. A. Lange). Die Abzweigweiche zum Anschluss befand sich im östlichen Bahnhofskopf von Olbernhau-Grünthal zwischen Rothenthaler Straße und der Straße “An der Natzschung”. Die Anschlussbahn (nach 1991 zur VALOR GmbH gehörend) wurde am 02.10.2000 letztmalig regulär bedient. Die Anschlussweiche wurde 2009 ausgebaut. Das Blechwalzwerk und die darin befindlichen Bahnanlagen wurden zwischen 2007 und 2010 abgerissen. 52 8068 befindet sich nach wie vor im SEM, die optische Aufarbeitung wurde begonnen, ist aber noch lange nicht abgeschlossen.

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Verlauf der ehemaligen Anschlussbahn zum Blechwalzwerk. Der rote Pfeil markiert den ungefähren zweijährigen Abstellort.
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50 3648 steht im Bahnhof Olbernhau-Grünthal und wartet auf die Weiterfahrt Richtung Abzweigweiche zum Anchluss Blechwalzwerk.
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Die Lok steht nun auf der Abzweigweiche Richtung Anschluss.
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Die Kreuzung der Grünthaler Straße. Die Gleise wurden bei der Straßenmodernisierung im Oktober 2006 entfernt.
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Das Werk ist erreicht, die Anschlussbahn war umfangreich und hatte mehrere Flöhabrücken. Hier muss “Kopf” gemacht werden. Tender voran geht es zum Abstellplatz der 52 8068.
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50 3648 weckt die 52.80 aus dem zehn Jahre währenden Dornröschenschlaf.
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Die unwiderruflich letzte Querung der Grünthaler Straße. Die sichtbare Haltlichtanlage musste von Hand eingeschaltet werden, Reste davon sind heute noch vorhanden.
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Einfahrt in den Bahnhof Olbernhau-Grünthal, BÜ Rothenthaler Straße.
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Die Fuhre steht abfahrbereit in Olbernhau-Grünthal. Bei der Modernisierung ab 2005 wurde der Bahnhof zunächst komplett zurückgebaut. Heute besitzt er wieder ein Stumpfgleis zu Abstellzwecken.
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Gleiche Situation wie Bild 8 aus der Nähe. Der Zahn der Zeit hat an der 52.80 deutliche Spuren hinterlassen.
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Ausfahrt im Bahnhof Olbernhau vorbei am Stellwerk W1, natürlich längst Geschichte.
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Auch in Pockau-Lengefeld waren die Bahnhofsanlagen noch weitestgehend im DR-Zustand, rechts das Stellwerk W1.
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Ein weiteres Highlight: die letzte Befahrung der Lokeinsatzstelle Pockau-Lengefeld! Von 1937 bis 1965 war es ein eigenständiges Bahnbetriebswerk (Bw). Zeit zum Abölen und für eine Lagerkontrolle. Im Sommer 2006 verloren die Anlagen ihre Gleisanbindung und sind seither dem Verfall preisgegeben. Die eigenwillige Bekohlungsanlage brachte die Firma Auhagen auf viele Modellbahnanlagen.
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Einfahrt in das besetzte Gleis hinter den VT 628 nach Chemnitz.
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Zum Abschluss die Ankunft im Bahnhof Hetzdorf (Flöhatal).

Quellen:

Häupel, Stephan (2008): Die Eisenbahn im Flöhatal und ihre regelspurigen Zweigstrecken. Witzschdorf: Bildverlag Thomas Böttger. S. 94 f.

Lebenslauf der 52 8068: dampflokomotivarchiv.de

Text: MBC

Infos: wikipedia Blechwalzwerk Olbernhau

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