Zwischen Chemnitz und Burgstädt: Teil V “Wittgensdorf Mitte”

Wir erreichen den Haltepunkt Wittgensdorf Mitte (km 54,33). Die Station besaß ein Empfangsgebäude (Bj. 1893) mit Anbau (Wärterhaus) und hölzernem Bahnsteigdach. Auf dem gegenüberliegenden Außenbahnsteig befand sich ein kleineres einstöckiges Stationsgebäude (6/2015 abgerissen) und ein Postenhaus. Der unmittelbar östlich neben der Station liegende Bahnübergang Chemnitzer Straße war mit einer ortsbedienten Vollschranke gesichert, seit Dezember 2005 mit einer zugbedienten Halbschranke. Bis zur jüngsten Streckenmodernisierung (ab 6/2005) war Wittgensdorf Mitte auch eine Blockstelle. Je Fahrtrichtung befand sich ein Blocksignal (jeweils vor dem BÜ) und ein dazugehöriges Vorsignal (zuletzt Hl-Signale). Bedient wurden sie vom örtlichen Blockwärter. Dabei bestand eine Signalabhängigkeit mit der Vollschranke. Ursprünglich hatte die Station den Namen “Bahrmühle”, ab Mai 1898 “Mittelwittgensdorf” und schließlich ab Oktober 1927 die heutige Bezeichnung. Für den Güterverkehr hatte diese Betriebsstelle keine Bedeutung. Ehemaliges Postenhaus und EG sind heute als Wohnhäuser in privater Nutzung.

Um bei langen Schließzeiten dennoch die Gleisseite wechseln zu können, befand sich neben dem Bahnübergang ein Fußgängertunnel, der bei der Modernisierung 2005 zugeschüttet wurde. 

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E778 nach Leipzig, gezogen von 232 580, eilt am 08.02.1992 über die Chemnitzer Straße. Am linken Bildrand befindet sich das umfunktionierte Postenhaus, rechts das Blocksignal in Richtung Küchwald, und im Vordergrund unterquert der Fußgängertunnel die Gleise. (Dirk Schüttler)
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Großes Bild: Achtzehn Jahre später ist der Bahnübergang modernisiert und die Blockstelle aufgelöst. Ein Kohlenleerzug nach Profen (2/2010). Kleines Bild: 202 311 mit einer Regionalbahn (12/1999).
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Von Juli 2002 bis Mai 2016 hielten ausschließlich Stadler RS1 im Namen der City-Bahn Chemnitz an diesen Bahnsteigen. Das Streckengleis nach Küchwald liegt unter einer Schneedecke (Sperrung wegen Sanierung Bahrebachviadukt) und erinnert an die eingleisige Zeit zwischen 1946 und 1972. Das kleine Stationsgebäude ist längst ohne Verglasung, dient aber noch als beleuchteter Unterstand (1/2010).
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2011 wurden neue Wartehäuschen aufgestellt und die Bahnsteigbeleuchtung erneuert. Das alte Gebäude (links) wurde im Juni 2015 abgetragen. Die warmen Temperaturen führen zu Reisendenaufkommen vom nahe gelegenen Freibad (8/2015).
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Hier ist die Vollschranke der Chemnitzer Straße zu sehen. Die Andreaskreuze waren mit Blinklichtern ausgerüstet (1/2004).
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Nochmals ein Leerzug nach Profen mit 232 600 ein paar Meter weiter. Rechts sind Empfangsgebäude und Blocksignal erkennnar (1/2004).
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Wiederum wenige Meter weiter von der anderen Gleisseite ein Blick aus erhöhter Position auf den Leerzug nach Profen. Hier ist die frühere Bahnsteiglänge erkennbar (2/2004).
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Auf diesem Bild ist der eingekürzte Bahnsteig am Burgstädter Gleis zu sehen (4/2010). Am Gegenleis ist die Kante noch auf ganzer Länge vorhanden, da diese auch als Weg benutzt wird.
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Eines der letzten Leizpiger U-Boote passiert den Haltepunkt mit einem RE nach Chemnitz (6/2002).
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Die markante Beschilderung am Bahnsteigdach hat im März 2004 fast ausgedient. Neuzeitliche Attribute sind schon erkennbar.
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Von 2002 bis Ende 2015 dominierte der VT 612 im RE-Verkehr. Die schon erwähnte Eingleisigkeit während der Brückensanierung ermöglichte ungewohnte Motive (7/2009).
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Eine Übersichtsaufnahme mit 202 735 und ihrem Ein-Wagen-Zug nach Chemnitz Hbf (4/2000).
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Morgens im Hochsommer ist dieser Blick gut ausgeleuchtet. Ein 612-Pärchen nach Chemnitz eilt am EG vorbei. Der vordere Anbau war Sitz des Blockwärters (6/2010).
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Sechs Jahre später hat sich der Zustand der “Wärterbude” deutlich verschlechtert (6/2016). Das Dach des hinteren Gebäudes wurde 2015 neu gedeckt.
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Werfen wir zum Ausklang noch einen Blick auf den Arbeitsplatz des Blockwärters (7/2002). Im Normalfall erspart der Tastendruck das Schrankenkurbeln. (Dirk Schüttler)

© 2015 MBC

Quellen:

Herbach, Jens. http://www.sachsenschiene.net/bahn/sys/index2.htm (zuletzt abgerufen am 18.08.2015)

Kluttig (2006). Schienenverbindungen zwischen Chemnitz und Leipzig. Die Eisenbahnstrecken Kieritzsch – Chemnitz und Leipzig – Geithain. Bildverlag Böttger GbR. ISBN-13: 978-3937496177

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