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Zu den schönsten und abwechslungsreichsten heute noch existenten sächsischen Schmalspurbahnen zählt die "ZOJE". Sie führt von Zittau nach Bertsdorf (8,9km) und teilt sich dort in die Äste nach Kurort Oybin (3,3km) und Kurort Jonsdorf (3,8km). Die 1890 in Betrieb genommene Bahn weist einige Besonderheiten auf.

Geschichte

Erbaut und eröffnet auf Initiative der Zittau-Oybin-Jonsdorfer Eisenbahn-Gesellschaft, war sie die einzige 750mm-Privatbahn Sachsens. Das Kürzel Z.O.J.E. interpretierte der Volksmund schnell als "Zug ohne jede Eile". So gemütlich wie auf anderen Schmalspurbahnen ging es hier aber nicht zu. 1906 erfolgte die Verstaatlichung, in der Folgezeit boomte der Ausflugsverkehr und führte ab 1913 gar zum zweigleisigen Ausbau von Zittau-Vorstadt bis Oybin. Auch Elektrifizierung und Umspurung waren im Gespräch, wurden aber letztlich nicht realisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg endete der zweigleisige Betrieb. Allmählich wuchs der Ausflugsverkehr wieder an. Der sich ausbreitende Braunkohlentagebau sollte Mitte 1990 das Schicksal der Strecke besiegeln, durch die Wende kam es dazu glücklicherweise nicht mehr. Der einst umfangreiche Güterverkehr endete 1993. 1996 übernahm die Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft mbH (SOEG) die Strecke von der DB. Heute besteht auf der Bahn, neben dem nach wie vor großteils dampfbespannten Regelbetrieb, ein abwechslungsreiches Angebot mit historischen Zuggarnituren ("Sachsenzug", "Reichsbahnzug" und historischer Triebwagen 137 322). Die SOEG kooperiert dabei mit dem Interessenverband Zittauer Schmalspurbahnen e.V. und dem Netzwerk "Dampfbahn-Route Sachsen".

Bahnhof Zittau

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