In der Ortslage Heinersdorf erreichen wir bei km 55,70 das, neben dem Göhrener Viadukt, bekannteste Bauwerk der KC-Linie – das Bahrebachviadukt (auch 'Bahrebachmühlenviadukt' oder 'Bahrmühlenviadukt' genannt). Namensgeber sind das überquerte Tal des Bahrebachs bzw. die 1903 abgebrannte Bahrmühle, welche sich unmittelbar unterhalb der Brücke befand. Die insgesamt 15 Bogen (je drei kleine Bogen außen, und dazwischen neun große mit je 18 Metern lichter Weite) umfassende Brücke aus Naturstein befindet sich in einem Gleisbogen und hat eine Gesamtlänge von 235 Metern. Das beide Streckengleise tragende Brückenbauwerk erhebt sich 27* Meter hoch über der Talsohle. Erst weit über sechs Jahrzehnte nach der Errichtung wurde durch die Brücke ab 1938 die Reichsautobahn 4 (heutige BAB 4) geführt.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde das Bauwerk durch den notwendigen Umbau im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Bundesautobahn 4 bekannt. Drei der nicht parallel zur Autobahn stehenden Pfeiler waren der Fahrbahnverbreiterung nun im Weg. Anstatt die Brücke durch einen Neubau zu ersetzen, entschied man sich (auch aus Denkmalschutzgesichtspunkten) für eine kostspielige Untertunnelung der Originalbrücke. Ein "Betontisch" wird unter zwei mittlere Steinbögen gesetzt, wozu drei Pfeiler "unten abgesägt" werden müssen. Ebenso wie die Errichtung des Bahrebachviaduktes selbst in den Jahren 1869-1871 war dieser Umbau in den Jahren 1999-2003 eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die größten Respekt verdient, wenn auch mit je ganz anderen technischen Voraussetzungen.
Um kleinste Beeinträchtigungen der Statik zu diagnostizieren, wurde die Brücke 1999 mit umfangreicher Messtechnik ausgerüstet. Schon kleine Schwankungen (ab 1 Millimeter) hätten einen Alarm ausgelöst, der Zugverkehr wäre gestoppt worden. Alle Arbeiten liefen unter vollem Autobahn- und Eisenbahnbetrieb, Vollsperrungen gab es nicht.

Ab Ende 2008 ist das in die Jahre gekommene Viadukt dann für knapp zwei Jahre selbst umfangreich instandgesetzt worden. Das Mauerwerk wurde aufgefrischt und eine neue Betonfahrbahnwanne auf dem Brückenkopf errichtet.

* nach Absenkung der BAB-Fahrbahnen um 2 Meter (ursprünglich 25 Meter)

© 2015 MBC

Quellen

Stitz, Michael (2006). Der Bahrmühlenviadukt. In: Chemnitzer Roland. (13. Jg.) 8. Beiheft. 7. Mitteilungen aus dem 'Blankenauer Grund'. S.3-6.

Artikel 'Bahrebachmühlenviadukt' auf wikipedia

 

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