Wenn eure Majestät die Bergkönigin ruft, dann erscheinen (fast) alle. Der Begriff steht unter Eisenbahnfreunden für die preußische T 20 alias Baureihe 95. Sie bildete bis in die frühen 1980er Jahre das Rückgrat auf den Mittelgebirgsstrecken des Thüringer Schiefergebirges. Stammstrecke war die Relation Saalfeld Probstzella Sonneberg Eisfeld. Die beiden auf Kohlefeuerung zurückgebauten Museumsloks 95 1016 und 1027 konnten noch bis 1994 bei Plandampfaktionen gemeinsam an alte Zeiten erinnern. Nachdem 95 1016 noch bis 1996 hin und wieder auf den alten Stammstrecken rund um Sonneberg zum Einsatz kam, dauerte es nahezu zwei Jahrzehnte bis 95 027 wieder durch Thüringen dampfen konnte. Der Anlass "100 Jahre Eisenbahn in Neuhaus am Rennweg" brachte die bullige 1923 von Hanomag gelieferte Maschine am 15. September 2013 vor einem Sonderzug von Meiningen in die heimischen Gefilde. Leider können auf dem landschaftlich reizvollen Abschnitt Ernstthal Probstzella seit 1997 keine Zugfahrten mehr stattfinden. Trotz widrigster Wetterverhältnisse war das lang ersehnte Comeback der Bergkönigin ein Großereignis, an welchem sich die Fans und Einheimische scharenweise beteiligten.

Schief, Schiefer, 95 0010! Die der Ordnungsnummer vorangestellte Null erinnert uns daran, dass die Maschinen des Bw Probstzella in den 1970er Jahren mit Ölhauptfeuerung unterwegs waren. Unsere 027 hatte diese vom 06.12.1971 bis zum 27.12.1982.
Das Objekt der Begierde in der Draufsicht.

Für lokbespannte Züge ohne Steuerwagen ist die Betriebssituation in Lauscha umständlich. Zusätzlich zum Umsetzen der Lok ans andere Zugende muss der Zug dafür nämlich von den Bahnsteigen weggesetzt werden, da die Umfahrweichen alle im Vorfeld liegen. Im heutigen Planbetrieb mit Triebwagen ist das natürlich kein Thema mehr, glücklicherweise werden die Gleisanlagen aber weiterhin in vollem Umfang vorgehalten, sodass unser Sonderzug die alten Zeiten wieder aufleben lassen kann.

Nun verlassen wir Lauscha wieder gen Sonneberg. Hoffen wir, dass bis zum nächsten Mal nicht wieder 19 Jahre vergehen müssen!
Ein letzter Klassiker musste noch abgearbeitet werden, das Viadukt in Sonneberg-West. Auch wenn die Bäumchen mächtig groß geworden sind, war die Sicht auf das Bauwerk besser als erhofft.
Der letzte Richtungswechsel für diesen Tag war wieder in Rauenstein, es folgt die Durchfahrt Schalkau.
Bei Katzberg geht es nun bergab, auch mit dem Tageslicht.

In Eisfeld beenden wir unsere Reise mit 95 027 auf angestammten Pfaden.

Bis zum nächsten Mal!

© 2013 MBC

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